Wenn Familien über einen Umzug ins Ausland nachdenken, dann gilt sicher einer der ersten Gedanken den eigenen Kindern. Kommen diese in der neuen Umgebung klar? Wie ist es mit einem Kindergartenplatz? Mit der Schule? Werden die Kinder mit der neuen Sprache zurecht kommen?
Sie werden es! Und das schneller, als Sie vielleicht glauben. Kinder passen sich schnell ihrer Umgebung an. Kinder lernen die Sprache in Handumdrehen, Sie werden erstaunt sein! Zumal gerade in Schweden die Kinderbetreuung gross geschrieben wird. Je jünger Ihr Kind ist, um so einfacher wird es.
Sobald Sie in Schweden gemeldet sind, können Sie Ihr Kind zum Beispiel im Kindergarten anmelden. In der Regel werden Sie sehr schnell einen Platz bekommen. Gleiches gilt für die Schulanmeldung.
Wie gestaltet sich das Betreuungssystem?
Bis zur Einschulung gehen Kinder normal in den Kindergarten. Dort spielen sie, basteln und machen Ausflüge. Regelmässig finden Elterngespräche statt. Im letzten Jahr vor der Einschulung gehen die Kinder in die Vorschule. Zwei bis drei Tage in der Woche besuchen die Kleinen dann richtig die Schule, ganz wie "grosse" Kinder.
In der Vorschule werden die Kinder spielerisch an den Schulalltag herangeführt. Basteln, singen, malen, die Aktivitäten sind vielfältig. Aus eigener Erfahrung ist dieser Besuch der Vorschule ein Highlight für die Kinder. Als Eltern werden Sie aktiv mit in diesen Prozess eingebunden und Gespräche mit den Vorschullehrern zeigen Ihnen die Stärken und Schwächen Ihres Schützlinges auf.
Foto: Felix Oppenheim / Copyright: Bildhuset
In Schweden werden Kinder im Normalfall mit 7 Jahren eingeschult. In Schweden geht die normale Schule bis zur 9. Klasse. Nach dieser Klassenstufe gehen die meisten Schüler an die Oberschule, diese geht 3 Jahre. Der Abschluss ist mit dem Abitur vergleichbar.
In Schweden gibt es erst ab der achten Klasse Noten. Bis dahin werden die Leistungen durch verschiedene Tests erfasst und mit den Eltern in sogenannten Entwicklungsgesprächen ausgewertet. Diese finden normal jedes Halbjahr statt.
Der Unterricht ist gerade in den ersten Jahren sehr Kindgerecht gestaltet. Die Kinder arbeiten gemeinsam in Gruppen, lösen zusammen Aufgaben oder bereiten sich in kleineren Gruppen auf ein bestimmtes Thema vor. Oftmals gibt es Projektwochen mit einer anderen Klassenstufe. Als Eltern sind Sie gern gesehen in der Schule, Sie können faktisch dem Unterricht über die ganze Zeit beiwohnen.
In Schweden kann ein Kind bei Leistungsproblemen nicht einfach "sitzenbleiben". Um eine Klassenstufe zu wiederholen, bedarf es der Zustimmung der Eltern. Allerdings versucht man, Probleme frühzeitig zu erkennen und diesen zu begegnen. Hier gibt es Gespräche mit den Eltern, man versucht die Ursachen bei Lernproblemen zu ergründen. In den meisten Fällen wird dem Kind ein gesondert geschulter Pädagoge zur Seite gestellt. Dieser hilft und unterstützt den Klassenlehrer. Man versucht wirklich, niemanden zurück zu lassen.
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