Schweden will die Qualität der Sprachkurse verbessern
Geschrieben von sweport
Montag, 18. Februar 2008
Bildungsminister Jan Björklund und Immigrationsministerin Nyamko Sabuni fordern künftig den Nachweis, das Einwanderer sich bemühen, die schwedische Sprache zu erlernen. Zugleich soll die Qualität der Sprachkurse verbessert werden. So lautet heute eine Meldung von Sveriges Radio.
Jeder Einwanderer mit einer gültigen Aufenthaltserlaubnis hat in Schweden das Recht auf einen kostenlosen Sprachkurs. Diese Kurse werden normal von den jeweiligen Kommunen finanziert. Dennoch haben die Sprachkurse keinen guten Ruf, zum einem wegen mangelnder Qualifikationen der Lehrkräfte und zum anderen wegen überfüllter Kurse. Zudem ist das Bildungsniveau in den Sprachkursen "Svenska för Invandrare" teilweise extrem; oftmals sitzen Akademiker und Einwanderer ohne Schulbildungen und Schriftkenntnissen in ein und den selben Kursen.
Und entsprechend schlecht fällt auch das Ergebnis aus, nur jeder Dritte Teilnehmer schliesst erfolgreich diese Sprachkurse ab.
Nun will die Regierung entsprechend handeln und Nyamko Sabuni sagt:
„Die Kommunen sollen kompetente Lehrkräfte einstellen oder zumindest zusehen, dass sich die Lehrer weiterbilden. Aber auch die Schüler müssen sich anstrengen, denn künftig gibt es nicht nur die Abschlussprüfung, sondern die Kursdauer insgesamt wird begrenzt. Alle müssen zusammenarbeiten, damit der einzelne Einwanderer auch tatsächlich Schwedisch lernt und damit die Chance hat, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.“
Die Sprachkurse sollen zukünftig auf drei Jahre beschränkt werden.
Bildungsminister Björklund verspricht die ehrgeizigste Reform aller Zeiten und sagt:
„Jährlich wollen wir 10 bis 15 Prozent aller „Schwedisch für Einwanderer“-Lehrer vom Unterricht freistellen und sie ordentlich weiterbilden. Aus verständlichen Gründen können wir das nicht mit allen Lehrkräften gleichzeitig machen. Aber nach und nach wird diese Maßnahme die Qualität der Kurse enorm verbessern.“
Insgesamt soll, so die Politiker, der Druck auf die Kommunen ehrhöht werden. Diese sollen sich überlegen, ob Sie lieber ihr Geld in die Verbesserung der Kurse stecken und somit Einwanderern helfen, eine Arbeit zu finden oder ob sie lieber Sozialhilfe bezahlen möchten. Immigrationsministerin Sabuni dazu:
„Der finanzielle Aufwand bleibt in jedem Fall an den Kommunen hängen.“
Das Programm soll rund 6,5 Millionen Euro kosten.
Meldung/Quelle: Sveriges Radio
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